Schneeschimmel als Spielverderber: Kein Spanien-Test im Tivoli

Schnee: Nicht immer gern gesehen

Am 30. Mai hätte es so weit sein sollen: Das spanische Nationalteam sollte im Tiroler Tivolistadion nur wenige Tage vor der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine gegen die südkoreanische Nationalelf antreten. Doch nun wird dieses fußballerische Schmankerl vereitelt: Und zwar vom Schneeschimmel, der sich unter dem Rollrasen des Stadions breitgemacht hat.

Die eigentlich stets gut informierte spanische Sporttageszeitung “AS” berichtete vor einigen Tagen, dass es am 30. Mai zu einem Match zwischen den spanischen Nationalspielern, die sich zur EM-Vorbereitung nach Schruns ins Vorarlberg begeben, und den südkoreanischen Kickern kommen solle. Doch diese Meldung kam scheinbar zu früh – denn der den Tirolern seit langem bekannte Spielverderber Schneeschimmel macht den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung.

Beim Schneeschimmel handelt es sich um eine Nassfäule, die heimischen Rasenflächen oft schwer zu schaffen macht. Im Tivoli ist er bereits seit Jahren ein unliebsamer Stammgast.Diese Umstände zwangen die Veranstalter nun dazu, das Match abzusagen.

In den vergangenen Jahren gastierten die Spanier immer in Tirol, bevor sie Titel bei den Großveranstaltungen holten – es wäre also ein gutes Omen gewesen, auch vor dieser EM wieder in den Bergen zu kicken. So holte die spanische Nationalelf den Europameistertitel 2008 nachdem sie in Neustift nahe Innsbruck trainiert hatte und vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, aus der sie ebenfalls als Sieger hervorging, verbrachte die Mannschaft einige Zeit in Tirol, wo sie auch gegen Süd-Korea und Saudi-Arabien spielte.

Rund 68.000 Euro kostet es, die 5000 Quadratmeter Tivoli-Rasen und somit fast die Hälfte des gesamten Feldes im südlichen Bereich aus zu wechseln. Die kritische Situation des Rasens wird nach dem letzten Wacker-Heimspiel am 13. Mai gegen Sturm Graz behoben.

Das Fußball-Länderspiel Österreich – Ukraine dürfte am 1. Juni ohne Probleme ausgetragen werden können. Aber aufgrund der langwierigen, mehrwöchigen Phase des Anwuchses kommt es auch andernorts eventuell zu Terminkollisionen. Besonders betroffen von dieser Situation sind die Football-Spieler der “Swarco Raiders”: Für den Liga-Termin am 19. Mai muss Ersatz gesucht werden, und auch das Viertelfinale des Eurobowl am 26. Mai steht womöglich auf der Kippe. Derzeit sucht man nach Alternativen: das Alpenstadion in Wattens käme als Ersatz in Betracht oder auch der Tivoli-Nebenplatz, für den aber Zusatztribünen angeschafft werden müssten.

Bild: muensterland, flickr

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